Praxis für Physiotherapie
Frank Lachnit

Altenderner Str. 18
44329 Dortmund

Tel: 0231 / 8 64 40 68




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Gesundheitsnews





Damit beim Sport nichts ins Auge geht

Sportbrillen sorgen nicht nur für Durchblick, sondern schützen auch vor Verletzungen

Sportler profitieren von klarer Sicht – und damit die erhalten bleibt, rät Dr. Dieter Schnell vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) zu fachkundig angepassten Sehhilfen und der jeweiligen Sportart angemessenen Schutzbrillen, die die Augen vor Verletzungen schützen.

90 Prozent der Augenverletzungen im Sport ließen sich vermeiden, wenn die Sportler ihre Augen schützen würden. Als Leiter des Ressorts Sportophthalmologie im BVA erläutert Dr. Schnell, bei welchen Sportarten der Augenschutz besonders wichtig ist: „Etwa 70 Prozent der Augenverletzungen entstehen in Sportarten, bei denen ein Gegenstand wie ein Ball oder ein Puck bewegt wird.“ Vor allem das Tempo, mit dem sie unterwegs sind, und die Distanz, aus der heraus das Auge getroffen wird, sind ausschlaggebend dafür, wie stark das Auge geschädigt wird. Golfbälle erreichen kurz nach dem Abschlag Geschwindigkeiten bis 300 km/h, Squash- und Tennisbälle über 250 km/h, Federbälle immer noch über 200 km/h. Hand- und Fußbälle sind etwas langsamer. So gehören Squash und Badminton, aber auch Eishockey zu den Sportarten, bei denen Schutzbrillen oder Gesichtsvollmasken dringend zu empfehlen sind. Aber auch wenn ein (größerer) Hand-,  Fuß- oder Basketball das Auge trifft, kann es zu schweren Verletzungen kommen. Deshalb empfehlen Augenärzte grundsätzlich, insbesondere aber beim Schulsport, das Tragen fachkundig angepasster zertifizierter Sportbrillen.

Das Tragen einer Schutzbrille ist jedoch nicht die einzige Maßnahme, die vor sportbedingten Schäden am Auge schützt. Es gilt, keine übertriebenen Risiken einzugehen und im Zweifelsfall die Grenzen zu akzeptieren, die der eigene Körper setzt. Übungen, bei denen der Kopf sich unter dem Körper befindet – beispielsweise Handstand, Kopfstand, Kerze und vor allem Bungee Jumping – sorgen dafür, dass der Blutandrang im Kopf steigt und auch der Druck im Auge. Bei Menschen mit bereits vorgeschädigten Blutgefäßen – bei Diabetes, Arteriosklerose oder Bluthochdruck – sind dann Blutungen im Auge möglich. Das Gleiche gilt für Höhensportarten über 3000 bis 4000 m.

Bei Sportarten, die mit stärkeren Erschütterungen des Kopfes einhergehen, kann bei stark kurzsichtigen Menschen oder bei Patienten mit Gefäßerkrankungen die Netzhaut Schaden nehmen. „Schon beim Joggen auf hartem Untergrund (Straße etc.) kann sich der Glaskörper nach Untersuchungen von Draeger und Roßmann zu gefährlichen Schwingungsfrequenzen aufschaukeln“, meint Dr. Schnell. Bei einer ungünstigen Veranlagung kann das im Extremfall zu Netzhautschäden führen. Regelmäßige Augenuntersuchungen, die auch die Netzhaut einbeziehen, sind eine Möglichkeit, bei Risikopatienten solche Schäden früh zu erkennen und im Bedarfsfall zu behandeln.

Die heilsamen Folgen einer angemessenen sportlichen Betätigung darf man, so Dr. Schnell, nicht vergessen: Es ist mittlerweile bewiesen, dass wohldosierte Ausdauersportarten wie Walking, Joggen oder Radfahren auch bei Augenkrankheiten positive Auswirkungen haben. Und mit dem richtigen Augenschutz sowie bei Beachtung grundlegender Regeln lassen sich sportbedingte Schäden am Auge weitgehend vermeiden.


Schon wenige Minuten Bewegung pro Tag senken das Risiko für Herzleiden und Diabetes um 20 Prozent

Bereits ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität kann die schlimmsten Folgewirkungen der Adipositas mildern und im günstigsten Fall sogar verhindern. Wer es schafft, täglich 7 bis 8 Minuten zügig spazieren zu gehen, reduziert sein Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes um 20 Prozent. Schon nach 6 bis 8 Wochen ist mit einem deutlich verbesserten Muskelstoffwechsel, einer erhöhten Elastizität der Gefäße und einer wieder gesteigerten diastolischen Herzfunktion zu rechnen.

„Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass bereits ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität die schlimmsten Folgewirkungen der Adipositas mildern und im günstigsten Fall sogar verhindern kann“, berichtet Prof. Dr. Martin Halle (München) auf der 84. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim. „Wer täglich sieben bis acht Minuten zügig spazieren geht, reduziert sein Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes bereits um 20 Prozent.“

Allerdings sollte dieses Minimalprogramm wirklich zügig – also mit einer deutlichen Zusatzbelastung für das Herz – durchgeführt werden, weil nur so die Ausschüttung von risikominimierenden Hormonen in den Muskeln aktiviert wird. Zum anderen sollte dieses Programm tatsächlich täglich absolviert werden. Wer das schafft, darf schon nach 6 bis 8 Wochen mit einem deutlich verbesserten Muskelstoffwechsel, einer erhöhten Elastizität der Gefäße und einer wieder gesteigerten diastolischen Herzfunktion rechnen. „In Summe sind die Effekte mit jenen vergleichbar, die sich mit einer über zwei Jahre kontinuierlich verteilten Gewichtsabnahme von 20 Kilo erzielen lassen“, berichtet Prof. Halle.

„Ich bin ganz allgemein davon überzeugt, dass die meisten Ratschläge und Regeln für eine gesunde Lebensführung an den Lebensrealitäten unserer Patienten vorbeigehen. Der Effekt ist bekannt: Weil dreimal in der Woche je 30 Minuten zu joggen für die meisten Menschen nicht praktikabel ist, lassen es die meisten letztlich ganz sein“, so Prof. Halle. Dass Bewegungseinheiten mindestens 30 Minuten dauern müssen, gelte in den meisten Fitnessprogrammen und Präventionsanleitungen als eiserne Regel. Prof. Halle: „Es ist aber höchste Zeit, mit diesem verbreiteten Irrtum aufzuräumen. Wir arbeiten derzeit an gleich zwei großen Studien, die unter anderem zeigen werden, dass sich schon mit wesentlich kürzeren Einheiten maßgebliche Verbesserungen der Herz- und Gefäßgesundheit erzielen lassen.“

Übergewicht schädigt die Gefäße

Dass Übergewicht lebensgefährlich sein kann, hängt mit dem Energiekreislauf und dem Zusammenspiel von Muskulatur, Leber und Fettzellen in unserem Körper zusammen. Das Grundprinzip ist so banal wie bekannt: Führen wir dem Organismus mehr Energie zu als wir verbrauchen, sammeln sich die überschüssigen Kalorien im Fettgewebe und überschüssiger Zucker und Fette in der Leber. Schon damit ist ein gewisses Risiko verbunden: Das Zuviel an Körperfülle belastet die Gelenke ebenso wie das Herz-Kreislaufsystem und die überlastete Leber wird in der Folge mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Diabetes begünstigen.

Zudem wird aber noch ein weiterer Schlüsselfaktor für unsere Gesundheit angegriffen: Die Gefäße sind für die gute oder schlechte Versorgung aller Funktionen und Organe im Körper zentral verantwortlich. Wird das Fettgewebe überstrapaziert, entstehen dort Entzündungsstoffe, die zu Gefäßveränderungen führen und das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten weiter erhöhen. Die Folge reichen von einer reduzierten Belastbarkeit über erektile Dysfunktionen bis hin zu einer Versteifung des Herzmuskels, was im schlimmsten Fall zu einer Herzinsuffizienz führen kann.

Prof. Halle: „Die Belastung der Muskeln hilft nicht nur, überschüssige Kalorien leichter zu verbrennen, sondern setzt auch eine Reihe von hormonellen Vorgängen im Muskel in Gang, die der Produktion von schädlichen Entzündungsfaktoren im Fettgewebe entgegenwirken.“


Physiotherapie ohne Umwege

Ergebnisse des Modellvorhabens sprechen für mehr Autonomie

Die Ergebnisse des Modellvorhabens für mehr Autonomie in der Physiotherapie von BIG direkt gesund und IFK wurden mit Spannung erwartet. Evaluiert wurde, welche Auswirkungen die Therapiefreiheit für Physiotherapeuten auf die Versorgungsqualität und die Kostenentwicklung hat. Die Ergebnisse der Studie zeichnen folgendes Bild: Im Therapieverlauf verringerten sich die Beschwerden der Patienten deutlich, ohne Mehrkosten für die Krankenkassen. Unter physiotherapeutischem Management war die Behandlungsdauer zudem kürzer als unter Ärzteregie. BIG direkt gesund und IFK fordern anhand dieser Ergebnisse jetzt den Gesetzgeber auf, einen Schritt weiterzugehen und Modellvorhaben zum Direktzugang in der Physiotherapie im Rahmen des SGB V zu ermöglichen.

„Die Ergebnisse sprechen eine eindeutige Sprache: Wenn Patienten direkt vom Physiotherapeuten behandelt werden, geschieht dies genau so wirksam wie nach einer ärztlichen Verordnung und in kürzerer Zeit“, resümiert Ute Repschläger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e. V. „Daher spricht alles für eine neue Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen. Bei steigendem Behandlungsbedarf und zunehmendem Fachkräftemangel ist es erforderlich, Versorgungsstrukturen so zu gestalten, dass alle Ressourcen bestmöglich genutzt werden. Der ausschließliche Weg über den Arzt ist da nicht mehr zeitgemäß. Wir benötigen den Direktzugang in der Physiotherapie.“

Ziel: Zukunftsfähige Versorgungsstrukturen

Das Modellvorhaben von IFK und BIG direkt gesund nach § 63 Abs. 3 b SGB V startete im Juni 2011 in 40 Modellpraxen und liefert wichtige Erkenntnisse über die Behandlungsqualität von Physiotherapeuten. Peter Kaetsch, Vorstandsvorsitzender der BIG direkt gesund, betont den Stellenwert des Modellvorhabens für das gesamte Gesundheitswesen: „Unser Ziel ist es, auch für Deutschland nachhaltige und zukunftsfähige Versorgungsstrukturen zu erreichen. Mit dem Modellvorhaben sind wir diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen.“

Für den Ergebnisbericht wertete die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) 630 Datensätze von Versicherten der BIG direkt gesund aus. Von 296 Patienten in der Kontroll- und von 334 Patienten in der Modellgruppe liegen Daten vor.

Physiotherapie ist wirksames Heilmittel

Die Kontrollgruppe erhielt ihre physiotherapeutische Versorgung nach Verordnung des Vertragsarztes. In der Modellgruppe wurde die Verordnung für den behandelnden Physiotherapeuten unkenntlich gemacht. Der Physiotherapeut entschied daraufhin selbstständig über die Art des Heilmittels sowie die Dauer der Therapie und die Frequenz der Behandlungseinheiten. Die Analyse zeigt, dass die Patienten in beiden Gruppen sehr zufrieden mit der Behandlung sind. Im Endeffekt ist es unerheblich, wer die Verordnung ausstellt: Physiotherapie ist in jedem Fall ein wirksames Heilmittel.

In der Modellgruppe war die Behandlungsdauer der Patienten im Schnitt um zwei Wochen kürzer als in der Kontrollgruppe – und das bei durchschnittlich weniger Behandlungseinheiten. Zudem bewiesen die Physiotherapeuten einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrer neuen Rolle. Es ist keine Kostenausweitung festzustellen. Bei der Auswahl von Heilmitteln setzten Physiotherapeuten in der Modellgruppe gegenüber der Kontrollgruppe auf eine Kombination aus aktiven (z. B. Krankengymnastik) und passiven Heilmitteln (z. B. Wärmetherapie). Die Ergebnisse des Modellvorhabens von BIG direkt gesund und IFK sollen den Grundstein des Fundaments zur Neuordnung der Zusammenarbeit von Ärzten und Physiotherapeuten legen.